Neue Wege der Werbung

Januar 23, 2009

Der einsame Wolf stapfte durch den Schnee. Furchtlos durchfloss klirrende Kälte unter dem Deckmantel der Sanftheit seine Pfoten. “Wo bin ich hier nur…?”, fragte sich Harry. Zugegebenermaßen ist Harry ein ungewöhnlicher Name für einen Wolf. Vielleicht wäre Peter ein passenderer Name gewesen. Susi, die Mutter von Harry, hatte nach seiner Geburt andere Dinge im Kopf, als sich irgendwelche blöden Namen für ihre Gören auszudenken. Es war jedes Jahr das gleiche. Erst brachte Susi ein Pack frischer Gören ans Licht der Welt – im ersten Moment waren sie noch knuffige kleine Fellbälle, deren Augen sich kaum öffnen konnten, weil die beißende Kälte des Windes es verhinderte – doch dann stritten sie sich nur noch um die Milch, um Mädchen, und später einmal um das Revier. Harry blieb stehen. Unter ihm lag das Tal in dem die Menschen in Hütten lebten. Es war tiefschwarze Nacht. Hinter den Fenstern der Holzhütten funkelten warme Lichter. Die Zuckerhüte der Berge schmückten die Krone der Stadt. Die Spitze des großen Namumapak Berges versuchte an diesem Abend, den Vollmond aufzuspießen. Doch es gelang ihr nicht, so dass die Sterne zu kichern anfingen…

PLÖTZLICH ERTÖNT EINE STIMME: “Gib mir noch ein Bier, Cliff, am liebsten ein kühles blondes Beck’s. Oh ja… es gibt nichts, was mich an einem schönen Abend vor der Glotze glücklicher machen kann, als dieses sprudelnde Resultat deutscher Braukunst. Ich wette, du willst jetzt auch ein Beck’s. Geh’ doch schnell zur Tanke und hol’ Dir eins!”
“Was war denn das,” fragte sich Harry der Wolf. “Diese allmächtige Stimme. Vielleicht ist ja doch etwas an diesem Mister Gott dran, von dem die Menschen die ganze Zeit über reden.” Ein bebender Rausch von Demut durchfloss alle Adern in Harrys Körper. Er war in der Absicht gekommen, sich ein Schaf oder eine Kuh zu reißen. Sein Magen knurrte. Ein Mensch würde es vielleicht auch tun, aber sie schmeckten einfach abscheulich. Angesichts dieser Erscheinung versteinerte Harry für einen kurzen Augenblick. Dann heulte er und rannte davon.
Harry konnte nicht wissen, dass er Teil einer neuartigen Werbestrategie eines renommierten Buchverlages war. Die Forschungsabteilung dieses Verlages hatte es tatsächlich geschafft, einen Zugang zu den neuronalen Bahnen des  Menschen zu finden, während er las. Natürlich war das genaue Verfahren geheim. Man munkelte, dass es sich um eine spezielle Tinte handelte. Jedenfalls rannten alle möglichen Unternehmen dem Verlag die Türen ein. Die Bücher wurden billiger. Mehr Leute kauften die Bücher. Viele Menschen wurden auf unerklärbare Weise süchtig nach den Büchern dieses einen Verlags. Einige Gesellschaften befanden sich schon am Rande der Hysterie.

Es war in dieser schwierigen Zeit, als ein staatenloser Geheimagent die Weltbühne betrat – hinter dem geschlossenen Vorhang natürlich. Er trug den Namen Hakon. Er vollbrachte viele Heldentaten, von denen hier noch zu lesen sein wird.

Die Entdeckung

Januar 21, 2009

Herbert Cox war eigentlich ein ganz normaler Junge. Morgens stand er auf, gint runter in die Küche, und hoffte auf einen warmen leckeren Kakao, den seine Mutter ihm ab und an zubereitete. Leider gab es viel öfter Cola als Kakao zum Frühstück, doch zeigte dieser Umstand später einmal keinerlei Auswirkungen auf Herbys Entwicklung, jedenfalls nicht auf die geistliche. Später einmal war es Herby Cox ein leichtes, sich durch geschicktes Ankreuzen runder, ovaler und manchmal auch rechteckiger Felder einen ständigen Zugang zu einem ziehmlich renommierten und gut geheiztem Gebäude zu verschaffen. In diesem Gebäude traf er eine  Menge anderer Menschen, die durch ein Herby-ähnliches Verhalten,  nennen wir es “die Herby-Art”, auch Zugang zu dem monumentalen Bau erhalten hatte. Herby hatte vergessen, ob dieser Backsteinbau in Cambridge oder Oxford oder sonstirgendwo gestanden hatte. In seiner jetztigen Verfassung konnte er sich beim besten Willen nicht an solche unwichtigen Details erinnern. Sie waren doch alle gleich, diese ausgewählten Plätze der Bildung, an denen jungen Menschen das Gehirn gründlicher gewaschen wurde als es ein jeder Geldschein in irgendeiner Waschmaschine auf Sizilien. Herby war außerstande sich auch nur an einen einzigen wichtigen Moment in seinem Leben zu erinnern. Die einfache Ursache für diesen Zustand war, dass Herby unendlich aufgeregt war. Das Blut hämmerte pressluftartig gegen die Innenwände seiner Schläfen.

Was war geschehen, um einen gestandenen Paläontologen wie Herby derart aus der Verfassung zu bringen, dass er sich nicht einmal daran erinnern konnte, dass er als Jahrzehntsbester das Studium der Paläontologie in Cambridge abgeschlossen hatte? Wann war das nochmal? Und diese ausgelassene Feier hinterher, an der Herby leider nicht hatte teilnehmen können, weil seine Ameisen aus dem Glaskäfig ausgebrochen waren und im Begriff war seine Käfersammlung aufzufressen? Wie wusste Herby in diesem Moment, als er die Rede vor all diesen Leuten hielt, davon, dass seine geliebten Käfer in Gefahr waren? Nennen wir es Ahnung, Telepatie, mystische Verbindung, Seelenverwandschaft oder einfach… kranke Besessenheit. Es ist vollkommen gleich. Als Herby in all seiner Aufregung diesen Gedanken sponn, wurde ihm klar, wie unglaublich groß dieser Fund war. Dieser Fund, der so wunderschön in all seiner Pracht und leblosen Versteinerung in seiner Hand ruhte.

Er blickte auf. Über dem Amazonas ging gerade die Sonne unter. Affen kreischten. Krokodile klappten ihre Mäuler auf. Süßwasserdelphine sprangen aus dem schlammigen Wasser und durchbrachen die Silhouhette der monströsen Sonne. Herby erinnerte sich an die Weisheit, die ihm einst ein hochangesehener und sehr unanständiger Professor nach einer grenzwertigen Erfahrung mitteilte. “Herby”, meinte Dr. Dr. Prof. Bill Callaway damals ganz außer Atem, “Herby, du weisst, Käfer sammeln ist ein Zeichen des Erfolgs. Du wirst einmal ein großer Erfolg sein Herby.” Diese Worte drangen mit den plätzschernden Amazonaswellen zurück in Herbys Gehörgang, ganz so, als ob er sie noch einmal hören würde. Natürlich gefiel ihm der “Du wirst einmal ein großer Erfolg sein” Teil am besten. Die blöden Käfer hatte er immer nur gesammelt, weil sich die Viecher nicht wehren konnte, sobald sie sich einmal in seiner Hand befanden, und er ihnen so gerne beim Sterben zusah. Doch die Vergangenheit einmal beiseite. Herby betrachtete die Entdeckung. “Oh mein Gott,” dachte er. Er war nicht religiös. Gott war ihm auch egal. Das war nur so eine dramatische Redewendung, die Herby ab und an aus seinem großen Wortschatz zog, um auch dem niederen Volk seine Verwunderung mitteilen zu können. Oder Bewunderung?

“Oh, mein Gott!…was für eine unglaubliche Entdeckung… sie liegt wohl irgendwo zwischen der Größe Eulers, dem Genie Einsteins und dem Gott Charles Darwin, “… Herby bekreuzigte sich kurz, das war auch nur so ein Reflex… “… was für eine sagenhafte, ja ganz und gar unglaubliche Entdeckung tut sich da vor meinen Augen auf… ein gekreußelter 173ig-Füßler… und was ist das? Die Falten um seine Mundöffnung lassen darauf schließen, dass sich dieser einmalige Fund durch Lachen fortbewegte. Und diese Spuren hier an seinen Beinen… Sie deuten darauf hin, dass jedes seiner 173 Gliedmaßen gleichzeitig auch als Geschlechtsorgan agierten.”

Emsig wie eine Ameise und vorsichtig wie eine Schlange, die ihr schlafendes Opfer nicht wecken will, packte Herby den 173ig-Füßler in eine Plastiktüte. Diese verstaute er in der Tasche seiner Burberry-Weste. Er steckte sich seine Pfeife an, brummelte zufrieden in seinen Bart und dachte: “Was für ein Tag.”

An diesem Tag war auch eine Anaconda sehr zufrieden, die eine Ladung Menschen verschlingen durfte, da ein überfreudiger Bootspassagier wohl den Freudentanz eines 173ig-gliedmaßigen Wurms abhalten musste.

Notibami

Januar 20, 2009

Ein Wassertropfen zerriß die Oberfläche des Ozeans während blutrote Perlen das weiße Himmelsgestirne herunterliefen so wie Schweißtropfen über eine glatte Stirn. Das Wasser der unmittelbaren Umgebung wurde dadurch unangenehm agitiert, wobei jener Vorfall in der weltgesamtheitlichen Blauflüssigkeit allerdings wenig Beachtung fand. Das Maß an Beachtung war ungefähr jenes, welches einer roten Ampel zukommt, die vom Leuchtreklamelichtermeer der Großstadt überschwemmt wird. Hinter einer grell-schimmernden Hochhausfassade jener buntlichternen Metropole saßen zwei Männer in einem von nichts erfüllten Raum. Die Luft in jenem Zimmer war so voll von nichts, daß die Stimmen der beiden Geschöpfe von ihr in einer Art  beschwert wurden, als ob sich mit jedem ihrer Atemzüge eine dicke Schicht Blei auf ihren Stimmbändern bildete. Das Büroraumlicht bestand nicht aus Farbe. Es war farblos und versprühte eine durchsichtige Leere in dem winzigen Kasten. Zu einer Seite wurde die Kammer von einer Glaswand begrenzt. Dahinter schimmerte Farbe. In dieser äußeren Buntheit eilten Menschen hin und her. Sie liefen von hier nach dort und von dort hasteten sie sogleich weiter. Manche kehrten zurück, andere verschwanden aus dem Blickfeld, während noch andere mobiltelefonierten. Mehrheitlich waren sie gut gekleidet, abgestimmt auf die Anforderungen des täglichen Geschäfts. Außerdem verlieh die vorrangig dunkle Kleidung ihren Trägern ein recht wichtiges Aussehen. Wäre ein Fremder in einem Heißluftballon über diese Ansammlung von Menschen hinweggesegelt, hätte deren Anblick in ihm den Eindruck eines grauen, geschäftigen Ameisenhaufens inmitten einer farbenfrohen Soße hinterlassen. Ja, es hatte wirklich den Anschein als ob eine unsichtbare Kraft diese Menschen beeinflusste.
Diese Kraft war überall. Sie war nicht greifbar. Sie war unsichtbar. Sie war geräuschlos. Außenstehende konnten sie auf jene Weise spüren, wie ein Wanderer, der an einen Ort gelangt und in seinem Herzen weiß, dass er geheim ist, doch nicht sagen kann, warum das so ist. Diese große Kraft, diese mächtige Macht, sie war jederorts. In den Computern und Telefonen,  Druckern und Kabeln, Toiletten und Kaffeemaschinen, Wasserflaschen und Butterbroten, Zeitschriften und U-Bahn-Zügen. Selbst die Menschen, ja sogar die Leere, welche die Räume füllte, war voll von ihr.
Diese Macht hieß Notibami.
Die klimaanlagengeregelte Temperatur der luftleeren Kammer wurde durch die körperliche Anwesenheit jener zwei männlichen Gestalten angehoben, die zwar nicht farblos genauso wenig jedoch voll von Farbe waren. Der ältere der Beiden trank immerfort Wasser aus einer Aldiplastikflasche, unterdessen sich seine verbrillten Augen nicht von jenem winzigen Komputerbildschirm abwandten, der aufrecht vor ihm auf dem Schreibtisch stand. Gleichzeitig ertönten aus dem Lautsprecher des Telefonapparates hohle Stimmen. Die Angestellten lauschten ihnen nachdenklich und zuweilen antworteten sie auch. Dabei hielten sie das Mikrofon abwechselnd sehr nach an ihre Lippen. In dieser Kammer wurde die Zeit mit Telefonieren verbracht. Wichtige Zahlen wurden ausgetauscht, festgehalten und dargestellt. Vielleicht würden sie später zu Zwecken der Präsentation herangezogen werden. Ab und an unterhielt sich der Anzugtragende mit jenem im langärmligen Hemd. Manchmal lachten sie, ja, waren geradezu ausgelassen. Dann beendete das klingelnde Telefon die Heiterkeit.
In einer Pause erwähnte der Ältere, einen mit Kaffee gefüllten Pappbecher in der Hand haltend, dass er einmal in der U-Bahn einen Mensch mit großen, knochigen Händen und krummen Rücken beobachtet hätte. Dieser Mensch hätte ganz schäbig ausgesehen und bei seinem Anblick hätte er, der Ältere, darüber nachgedacht, was dieser Mensch wohl tue, womit er seinen Lebensunterhalt verdiene. Er wäre dann zu dem Schluß gekommen, dass es sich hierbei um einen Maurer oder Zimmermann, zumindest doch um einen Handwerker hätte handeln müssen. Zum Zeitpunkt dieser Beobachtung hatte der Ältere wohl siebzehn oder achtzehn Jahre gezählt, doch dieser Anblick hätte ihn so sehr beeindruckt, dass er beschloss zu studieren und etwas aus sich zu machen. Er wäre nun sehr froh darüber, dass er damals diese Entscheidung getroffen hätte. Immerhin hätte er es zu etwas gebracht. Auch wenn er nicht wirklich zufrieden wäre und so weiter und so fort aber im Großen und Ganzen wäre sein Leben doch recht erfolgreich verlaufen und er könne abends ohne Probleme in den Spiegel. So drückte sich der Anzugtragende aus.
Welche Bedeutung mochte jenen Herren, jenem Zimmer und jenem Gebäude zukommen? Sicherlich waren sie alle Bestandteil einer weltweit Unternehmungen unternehmenden Unternehmung, welche von außerordentlicher Größe und Wichtigkeit war. Wieviele dieser Räumlichkeiten existierten wohl in dieser Unternehmunng in welcher Anzahl von Gebäuden, die Tag ein Tag aus von welcher Menge von Menschen betreten und verlassen wurde?
„Wenn ich nicht hier wäre, würde eben jemand anderes meinen Job machen. Für die Firma würde es keinen Unterschied machen, ob ich den Job hier mache oder jemand anderes. Ale sind ersetzbar. Merk’ dir das! Auch der Typ ganz oben. Und alle wissen es. Deswegen klammern sie sich ja auch so verdammt fest. Ja, hier lernst du noch was vom richtigen Leben. So! jetzt komm! Wir trinken erst mal einen Kaffee. Oder Espresso? Oh warte, das Telefon!“ Der Ältere nahm den Hörer ab und schaltete den Lautsprecher ein.
Blut tropfte von der Wand. Es war eine große Wand. Breit und lang und Weiß. Eine Wand so hoch wie der Himmel und aus ihrer Mitte gerann ein Tropfen Blut.
„Ich gehe jetzt“, dachte der Jüngere. „Bis Morgen!“ sagte er und drückte dem Älteren die Hand. Dieser antwortete verwundert: „Ok, bis morgen.“ Dann telefonierte er weiter. Am nächsten Morgen kam der Jüngere nicht wieder. Auch am darauffolgenden Morgen nicht. An keinem Tag betrat jener junge Mensch im langärmligen Hemd wieder jenes Gebäude.
Der Anzugtragende wunderte sich zunächst über den Verbleib seines jungen Kollegen. Dann überkam ihn die Macht und es war ihm gleich.

Zerstörerisches Nichtstun

Januar 20, 2009

Allgegenwärtige Sinnlosigkeit macht sich breit. Was nützen Macht, Erfolg, Bildung, Intellekt… . All diese Worte. Die Welt dreht sich weiter. Autos verbrennen Ölderivate. Kinder sterben an Hunger. Angesichts der überwältigenden Größe der Herausforderungen und ihren vielschichtigen Dimensionen verstarrt der Denkapparat des Betrachters. Die Abtastung der Komplexität unseres Daseins erfordertert größte Konzentration des Gehirns – oder schaltet sich das Gehirn einfach ab?

Der Einzelne Mensch – ich – steht da und betrachtet dieses grässliche Kunstwerk,… ist es überhaupt Kunst, was ich da sehe?… frage ich mich.

Ich denke angestrengt nach. Ich kann das alles nicht erfassen. Wozu das ameisenhafte Dasein unserer lächerlichen Zivilisation dient kann ich nicht begreifen. Die meisten Menschen vor mir konnten es nicht. Die Menschen nach mir werden es wohl nicht können.

Schwämme sind faszinierende Lebewesen. Im Grunde genommen bilden alle Schwämme, die die Meeresböden bevölkern einen einzigen großen Organismus. Dieser Organismus ist unsterblich – so lange die Erde existiert. Sind wir nicht auch unsterblich? Sind wir alle nicht auch ein gigantischer Organismus? Ein unglaublich eingebildeter und überheblicher Organismus. Doch sind wir es nicht? Sind wir? Sind wir nicht?

Wer will schon sein Leben lang in einem Büro arbeiten? Wer will schon sein Leben lang arbeiten? Wer will schon sein Leben lang lernen? Warum können wir alle nicht einfach unser Leben lang sein? Ich frage mich, was diese Unterbringung in Schubladen bis jetzt gebracht hat. Doch wohl eher nichts. “DOCH”, schreit es da aus meinem Ideengenerator, “DOCH”… ich kann vieles leichter ordnen, … kategorisieren.
Im Grunde genommen finde ist das alles lächerlich. An regnerischen Tagen wie heute, an denen das Grau auf allen Farben lastet und sie erblassen lässt, empfinde ich abwechselnd Tod und Freude. Die Umgebung schwingt in seltsamen Tönen.

Die Fabrik der Abschlüsse

Oktober 5, 2008

Die schwere, klebende Luft der Großsstadt wurde unerwarteterweise vom Klingeln eines Mobiltelefons durchdrungen. Hastig wurde der schlanke tönenende Apparat von der Hand eines jungen Mannes aus der Tasche eines dunkelblauen Jackets gezogen. Der Daumen jener Hand drückte auf einen grün-gekennzeichneten Knopf und legte den metallenen Kommunikator an sein feingeformtes Ohr. “Hallo!” fragte er in einem strengen, leicht überheblichen Ton. Dann hörte er zu. Nach einer Weile antwortete er in das unsichtbare Mikrofon: “Ja gut, ich verstehe. Ich komme sofort.” Er warf die brennende Zigarette auf die Straße, machte kehrt und rannte los. Die Sonne schien. Möwen tanzten auf den Wellen jenes Flusses, welcher die Großstadt durchfloß. Auf der Stirn und unter den Achseln des jungen Mannes trat der Schweiß hervor. Er blickte in der Gegend umher, sah Passanten, die hastig vorbeiliefen, Autos, die hupten, Straßenzüge voller Häuser, welche im Jugendstil gebaut waren und bald einer Renovierung bedürfen würden. Doch seine Augen fanden nicht, wonach sie suchten. In periodischen Abständen schaute er auf das Ziffernblatt seine Uhr. Die Zeiger bewegten sich in Riesenschritten. Dann rannte er weiter. Plötzlich quietschten Reifen. Ein Automobil stoppte direkt vor seinen Füßen und berührte mit der Stoßstange bereits seine teuren Hosen. “Du Arsch!” rief ihm der zum automobil-gehörige Fahrer entgegen, woraufhin sich der Mann unbeholfen und leise entschuldigte, in das Fahrzeug stieg und murmelte: “Zum Hauptbahnhof. Schnell, bitte.” Der Taxifahrer blickte ihn mürrisch an, woraufhin er aufs Gas trat. Währenddessen die farbenfrohen Häuser, grünbelebten Aleen und bunten Straßen an ihm vorbeirauschten wie angenehm-duftende Sonnenblumenfelder im Fenster eines Zuges der den Sommer durchquert, kurbelte der Unbekannte die Fensterscheibe herunter und zündete sich eine Zigarette an. Kaum war dies geschehen, stoppte das Gefährt erneut. Der Fahrer drehte sich zum Rücksitz um und rief: “Hauptbahnhof. Zwanzig Euro.”

Rasch bezahlte der Anzugtragende und verließ den Wagen. Er schmiß die Zigarette weg. Dann lief er in die Bahnhofshalle. “Wann fährt der nächste Zug nach Z…?” fragte er die Kassiererin. “In drei Minuten vom Gleis 10,” lächelte sie ihm entgegen, die Fahrkarte schon bereithaltend. Indem er ihr flüchtig einen Geldschein hinwarf rannte er zum Bahnsteig. Bevor die elektrischen Waggontüren unter sirenenartigem Heulen schlossen, sprang er eben noch auf den Zug. Im Eingangsbereich rastete die dunkelblaue Gestalt kurz um zu beobachten, wie der Zug langsam und schnaufend aus dem Bahnhof rollte. Mit einem gekonnten Griff lockerte er den Knoten seiner blau-gestreiften Krawatte, entledigte sich dieser und verstaute sie in der inneren Brusttasche seines Jackets. Tiefatmend lief er in Richtung eines Abteils, dessen Tür geöffnet war. “Ist hier noch frei?,” frug er die in weiß gekleidete Dame, welche sich als einziger Fahrgast darin befand. “Natürlich,” antwortete diese mit einem lächelnden Mund und starrte weiter aus dem Fenster.

“Darf ich?” inquirierte der Mann indem er auf das Fenster deutete und seine Zigaretten aus der Tasche zog. “Ich bitte darum” war die freundliche Antwort des weißen Reisebegleiters. Die Landschaft zog in den großen Fenstern des Zuges an ihnen vorbei. Der sich unter einem weißen Hut befindliche schöne Kopf der jungen Dame dachte, dass dies so ein wundervoller Tag sei, daß man meinen könnte, hinter der Fensterscheibe stünde ein Maler, der das Bild, welches sie sehen, in jedem Moment von neuem malte, mit den Farben des Paradieses. Sie blickte flüchtig in die Augen des Unbekannten, um zu erfahren, ob dieser vielleicht einen ebensolchen Gedanken erfuhr. Doch der Anzugtragende nahm davon keine Notiz. Stattdessen wurde das geöffnete Fenster von blauem Rauch gefüllt, welcher aus den Zigaretten quoll, die der Mann unaufhörlich rauchte. Bald ließen sie die Stadt mit ihren Vororten hinter sich. Es war schon Nachmittag. Die Sonne war nun ganz warm und sendete jenes angenehme Licht aus, welches der rötlichen Abenddämmerung vorausgeht.

Während die Farben der Landschaft durch die Fensterscheibe rauschten, sodass der von einem bestimmten Blickwinkel Betrachtende meinen musste, er tauche in der Karibik oder stünde zumindest in einem Aquarium, welches diese Region der Welt darzustellen versucht, betrachtete der immerzu Rauchende die junge Schönheit argwöhnisch. Aus Gründen, welche dem Leser genauso unbekannt sind wie dem Schreibenden, dachte der junge Mann in jenen Momenten folgendes: ” Mein Leben besteht aus Fehlern. Ich bin nicht perfekt. Ich bin auf der Suche nach Fehlern. Die Literatur jener Leute, die perfekt sind, ist langweilig. Meisterwerke sind schön und langweilig, denn sie sind nicht mit Fehlern behaftet. Fehler entstehen durch den Kampf, das Kämpfen. Sie sind wunderschön. Sie sind faszinierend.” Während dieser Pause seiner Gedanken zündete sich der mittlerweile Nervös-Gewordene eine weitere Zigarette an. Er betrachtete die ihm gegenübersitzende Schönheit mit unruhiger Aufmerksamkeit. Die Betrachtete täuschte vor, nichts davon zu bemerken und sah mit einem Ausdruck des Geschmeicheltseins aus dem Fenster.

Dann dachte er weiter: ” Mein Leben lang werde ich kämpfen. Selbst dann, wenn es keine Kämpfe zu kämpfen gibt, werde ich doch mit mir selbst kämpfen. So bin ich. Fehler entstehen durch Konflikte. Wo keine Konflikte sind, gibt es keine Fehler. Das ist Kunst. Kunst sind die Fehler. Ich will mich auf die Suche nach den Fehlern begeben.” Er dachte darüber nach, was er gerade gedacht hatte. “Verstehe ich mich überhaupt selbst,” fragte er sich kurz darauf.

Nun trat ihm Schweiß von neuem auf die Stirn. Das dunkelblaue Jacket hatte er schon längst abgelegt und die langen Ärmel seines Hemdes hochgekrempelt. Unterdessen er hastig und unbestimmt mit flüchtigen Blicken das winzige Abteil musterte, trafen sich die Blicke der zwei darin sitzenden Passagiere durch gewollte Zufälle. Der Nervöse suchte zwar nach den Augen des weißen Engels, wenn er sie jedoch fand, wendete er sich in einer derart überhastet-heftigen Weise sofort wieder von ihr ab, dass die junge Dame lächeln musste, obgleich sie alle Anstrengungen unternahm, derartiges Verhalten zu unterdrücken. Als das Benehmen des Anzugtragenden zunehmend anstrengender für alle am Geschehen Beteiligten wurde, da dieser ohne Unterlass mit den aufgeregten Fingern seiner zitternden Hand auf die hölzerne Armlehne des Sitzes trommelte, fasste die vollkommen in weiß gekleidete Schönheit Mut und fragte ihn mit spürbarer Anteilnahme: “Mein Herr, was ist denn mit Ihnen? Kann man denn etwas für Sie tun?”

” Ich werde nun die Fehler suchen. Für den Rest meines Lebens,” sprach es unaufhörlich im Kopfe des Mannes, welcher durch die Worte der Weiblichkeit aus einem Traum gerissen wurde. Eilends antwortete er ihr in Verwirrung, welche er zu verstecken suchte: “Nein, liebste Dame, alles ist in Ordnung mit mir. Oh, sehen Sie, wie herrlich doch diese Landscha…”.

“NÄCHSTER HALT Z…, Ausstieg in Fahrtrichtung rechts,” schallte es plötzlich aus den Lautsprechern. Der Mann sprang auf. “Es war mir sehr angenehm” sprach er zu der Dame, die ihm freundlich zunickte. Obwohl er gar kein derartiges Modestück trug, tat er so, als ob er den Hut vor ihr zöge. Daraufhin verließ er im Laufschritt das Abteil und einige Atemzüge später den Zug. Die junge Frau rief ihm etwas nach, was ihn nur dazu veranlasste, schneller zu laufen und sich glücklich zu schätzen, als des eiserne Getös endlich den Bahnhof verlassen hatte und er allein auf dem einzigen Bahnsteig des Bahnhofs von Z… stand.

Die Abendsonne erwärmte die vollgrünen Blätter die von den duftenden Ästen der Spätsommerbäume herab die Luft mit Leben erfüllten. Durchatmend blickte sich der Unbekannte um und bemerkte, dass der Ort Z… wohl lediglich aus dem Bahnhofsgebäude sowie einigen Geräteschuppen bestand, welche von dichtem Wald umgeben waren. Seine Augen suchten weiter nach den Anzeichen einer Ortschaft, doch konnte er keine anderen Häuser oder gar Menschen ausfindig machen. Nachdem er die Umgebung mehrfach mit seinen Blicken abgetastet hatte, fiel ihm eine kleine Lichtung auf, welche in den spätabendlichen Sommerwald führte und sich bald darin verlor. Er zündete sich eine Zigarette an und folgte eilig dem grasbewachsenen Trampelpfad. Dieser endete bald, sodaß sich der junge Mann unter Hinzunahme seiner Hände durch Gestrüpp und Sträucher kämpfen musste. Mit anhaltender Unruhe musterte er in wiederkehrenden Abständen die Flüssigkristallanzeige seines Mobiltelefons. Doch erhielt er weder Nachrichten noch Anrufe. Nach einer Weile lichtete sich das Gestrüpp, er trat aus dem Wald und stand am Rand eines Roggenfeldes. Er überblickte das Meer der einzelnen Halme. Auf der gegenüberliegenden Seite mündete das Feld in den Fuß eines bewaldeten Hügels, auf dessen Spitze ein unbekannter Gegenstand silbern im Licht der untergehenden Sonne blitzte. Sofort sprang der Mann durch den Roggen. Während er sich den Weg zu dem Hügel bahnte, brachen die Halme unter den großen Schritten seiner festen Lederschuhe als seien sie aus Zucker. Eine halbe Minute später erklomm er bereits den Hügel wobei ihm der Schweiß aus dem Gesicht den Hals entlang in den Nacken lief, wo er von einem weißen Hemdkragen aufgesaugt wurde. Allein das Singen der Vögel und Rascheln der Kleintiere, welche durch den Eilschritt der harten Ledersohlen des Hemdtragenden aufgeschreckt wurden, waren zu vernehmen. Das Grünzeug des Waldes versperrte dem Eilenden hartnäckig Weg und Sicht; weshalb er des Öfteren die Orientierung verlor und den Gipfel der Erhebung erst nachts erreichte.

Als er endlich die Spitze des Hügels erreichte, wurde er von dem gigantischen Ausmaß einer übergroßen silbernen Konstruktion, die aussah wie eine monströse Kiste, überrascht. Er trat näher um die Fassade genauer zu betrachten. Sie bestand nicht aus Silber sondern aus einem eigenartigen flüssigen Material, welches die Farbe Umgebung annahm, als sich nur noch ein armlanger Abstand zwischen dem erstaunten Mann und dem Gebäude befand. Nachdem er die Kiste einigemale umrundet hatte, fand er schließlich den Eingang, dessen Türen seine blau-weiße Gestalt wiederspiegelten und von einem neonröhrenartigem Licht beleuchtet wurden. Der Rauch einer Zigarrette füllte seine Lungen und vermischte sich dort mit der nunmehr kalten Luft. Nachdem er sich den Schweiß von der Stirn gewischt hatte, trat er zum Eingang hin. Auf der Tür war in dunkelgrauer Druckschrift geschrieben: “Fabrik der Abschlüsse”.

Plötzlich flatterte ein kreischender Vogel vom Dach der Kiste. Die dunkelbraunen Augen des Mannes blickten schreckhaft nach oben. Die Konstruktion war gigantisch groß. Er verharrte für einen Augenblick. Dann verschwand er in der Pforte.

Hinter ihm schloss die Tür geräuschlos und luftdicht. Ventile bliesen Dampf in die stillstehende Luft des kugelförmigen Raumes, in dessen Mitte der Verwunderte nun auf einer schmalen stählernen Brücke stand. An den Wänden des Globus glitzerten Sterne, Sonnen und Planeten. Milliarden winziger Flüssigkristalle simulierten die Nacht, sodass sich der Betrachtende fühlte als flösse sie durch die Oberfläche der Sphäre. Am gegenüberliegenden Ende des Stahlsteges schloss eine schwarze, kaum von der Nacht zu unterscheidende Tür, den Raum ab. Eilig schritt er auf sie zu. Im Rahmen der Tür waren hunderte kleine Ventilatoren installiert, welche ihn von allen Seiten mit heißer und kalter Luft berieselten sobald er die Pforte erreicht hatte. Er griff nach der Türklinke. Plötzlich errötete die Tür. Sie wurde heiß. Dann öffnete sie sich. Im nächsten Moment stand er im Eingang einer düsteren Halle, die von unmenschlichem Getöse erfüllt wurde. Vor Schmerz, griff er sich an die Ohren, um diese mit seinen Händen zu schützen. Vergebens. Sein Gesicht erstarrte. Hastig bewegten sich die Augen zwischen seinen vibrierenden Schläfen hin und her. Sein gesamter Körper war in Schweiß gebadet. Nach einigem Suchen zog seine zitternde Hand endlich ein Taschentuch aus einer Hosentasche. Er zupfte kleine Teilchen davon ab, rollte diese zu Bällchen und stopfte sie sich in die Ohren. Auf diese Art verschwand der Lärm zwar nicht, doch er wurde erträglich.

Mit weit-geöffneten Augen betrachtete der Erstaunte das monströse Innere der Halle. Der Bau wurde von einem System unendlich langer und vielmals verzweigter Fließbänder durchwoben, die in ihrem Anblick dem eines Spinnennetzes glichen. An den unzähligen Armen dieser Maschinerie arbeiteten unablässlich tausende von geschäftigen Robotern. Er konnte das andere Ende der Konstruktion nicht erblicken. Der Schweißgebadete konnte nicht erkennen, was die Maschinen und Roboter im Einzelnen taten. Wannimmer seine Augen an einer interessanten Stelle haften blieben, wurde deren Aufmerksamkeit sogleich durch den lauten Krach und ein helles Blinken eines anderen Ortes abgelenkt.

An der Kreuzung eines Fließbandes erblickte er schließlich ein Lager voll von schwarzen und weißen Konservendosen. Nicht weit davon entfernt sah er, wie Menschen auf einem Band transportiert wurden. Sie Menschen standen ganz ruhig und starr auf dem rollenden Untergrund. Ganz so wie Soldaten. Ihre Haut glänzte wie Wachs im Schein einer Kerze. Ihre Augen bewegten sich nicht. Am Ende jenes Bandes wurden die Köpfe der Menschen von einem Sägeroboter aufgeschnitten. Es floß dabei kein Blut. Nachdem ihre Köpfe geöffnet waren, rollten die reglosen Körper einige Fließbandmeter weiter. Dann hielten sie ruckartig, um sich von einem Füllroboter den weißen oder schwarzen Inhalt der Konservendosen in den geöffneten Schädel füllen zu lassen. Niemand schrie. Alles Sägen, Schweißen, Bohren, Hämmern und Nähen – ja nahezu alle Geräusche – entstammten einzig der gewaltigen Maschinerie.

Das schweißnasse Gesicht des Mannes verlor sich in hilflosem Zucken während sein Körper verwirrt im Kreis lief. Er glich dabei einem jener Äffchen, die im Zirkus das gesamte Publikum zum Lachen brachten. Dem seltsamen Schauspiel wurde durch das blitzartige aufheulen einer Sirene das Ende bereitet. Das Fließband stoppte abrupt. Alles wurde dunkel.

Die pechschwarze Nacht wurde vom Licht eines Scheinwerfers durchschnitten, welcher direkt auf den Kopf des Mannes gerichtet wurde und ihn blendete. “Herr Krause,” schmetterte es kräftig aus hunderten Lautsprechern. “Ja…ja, das bin ich,” stammelte Herr Krause leise. “Ich warte schon seit einer halben Stunde auf Sie. Kommen Sie in mein Büro. Sofort!” wetterte die unbekannte Stimme. Dann wurde es still. Ein Lichtchen nach dam anderen wurde angeknipst, sodass viele kleine Lichtkegel Herrn Krause einen Weg durch die schlafende Fabrikhalle leuchteten. Er betrat den Pfad. Mit jedem Schritt erlosch ein Licht hinter ihm. Er ging sehr langsam. Im Vorbeigehen betrachtete er die Gesichter und Gestalten der erfrorenen Menschen, die aussahen wie Wachsfiguren. Am Ende des Lichtpfades erwartete ihn ein kleines grauhaariges Männlein mit einem dicken Bauch, wenigen grauen Fetthaaren auf dem Kopf und einer übergroßen Hornbrille.

“Wo befinde ich mich?” fragte Herr Krause unsicher. “Kommen Sie erst mal in mein Büro,” dirigierte ihn die mächtige Stimme der winzigen grauen Gestalt. Herr Krause blickte fragend in die grauen Augen des Unbekannten. “Na, jetzt schauen sie doch nicht so verdutzt. Sie sind also der neue Gruppenleiter, Herr Krause. Na herzlich willkommen! Zuallererst sollten sie einmal unser Training durchlaufen.” Während das Männchen diese Worte sprach, deutete es mit seiner Hand auf eine Kabine und lächelte. Herr Krause mochte das Amerikanische Wort nicht, doch er verstand, und trat in die Kammer. Die Tür schloß hinter ihm. Auf einer kristallinen Anzeigetafel leuchtete die Anweisung: “Bitte aller Kleidung entledigen. Ärztliche Untersuchung.” Nach einigem Zögern begann Herr Krause, sich seiner Kleider zu entledigen. Sorgfältig hängte er das Hemd auf den dafür vorgesehenen Kleiderbügel. Die Hose legte er über die Lehne des Stuhls, sowie die Socken, das Unterhemd und die Unterhose. Jetzt erst merkte er, dass er sein Jacket im Zug vergessen hatte. Er erinnerte sich an die wunderschöne junge Reisebegleiterin. “Sei’s drum,” dachte er. Ein oder zwei Atemzüge lang betrachtete er seinen nackten weißen Körper im Spiegel. Er sah aus wie jeder andere Körper auch.

Plötzlich ein Ruck! Auf einmal setzte sich der Boden in Bewegung. Ein schmerzhaftes Geheule drang in seine Ohren. Die vordere Wand der Kabine fiel um und ein unerträgliches Licht strahlte ihm entgegen. Er fuhr mitten auf einem Fließband. Bevor er irgendetwas tun oder schreien konnte, war sein Kopf schon geöffnet.